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© by Melanie Wiora 2005

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Ich sehe was, was du nicht siehst –
Über die Wirklichkeit in meinen Bildern

Melanie Wiora (Textauszug)


Wir nehmen das, was wir als Wirklichkeit definieren, überwiegend mit unseren Augen wahr. Das Gesehene versuchen wir einzuordnen, indem wir es mit eigenen Erinnerungen und Erfahrungen vergleichen. Die daraus entstehenden Assoziationen sind wesentlicher Bestandteil meiner künstlerischen Arbeit. Ich setze mich in meinen Bildern mit Übergängen und Zwischenzuständen auseinander, die über die äußere Darstellung hinausweisen und ihr eine innere Sicht gegenüberstellen.

Den Augen kommt in meinen Fotoserien Anwesend - Abwesend, Personal Reflections und Außen ist in mir eine wichtige Bedeutung zu. Die portraitierten Personen blicken durch den Betrachter hindurch oder ins Off, zu einem fernen Ort außerhalb der Bilder. Dabei sehen sie etwas, das der Betrachter nicht sieht. Oder die Augen sind selbst Oberfläche zur Spiegelung und Veränderung der Wirklichkeit.

In meiner Portraitserie Anwesend - Abwesend schauen die Gesichter geradeaus, in Richtung des Betrachters. Dennoch ist ihr Blick nicht zu fassen. Er führt weiter, in die Ferne. Die Personen sind immer auf die gleiche Weise dargestellt, frontal, vor einem dunklen Hintergrund. Den Gesichtszügen ist nichts Momenthaftes und wenig Individuelles abzulesen. Ein situationsbedingter Ausdruck tritt zurück um einem dauerhaften, zeitübergreifenden zu weichen. Nie ganz hier und doch nie ganz fort, scheinen die Portraitierten plötzlich aus dem Dunkel zu treten, um sofort wieder darin zu verschwinden [...].

Ich möchte meine Bilder auf das Wesentliche konzentrieren. Daher stelle ich mir in meinen Portraitarbeiten und Menschendarstellungen immer wieder von Neuem die grundlegende Frage, was ein Portrait eigentlich ist. Ich versuche zu ergründen, welche Eigenschaften ein Bild haben muss, um den Eindruck zu erzeugen, man betrachte eine Person und erkenne etwas von ihr. Eigene Assoziationen der Betrachter sollen die Bilder schärfen. Dabei sieht jeder etwas in sie hinein. Und manchmal sieht der Eine etwas, was der Andere nicht sieht.

 

Aus "Beyond the Moment", Katalog, Helmut A. Müller (Hrsg.), Hospitalhof Stuttgart, Edition Hospitalhof Stuttgart, 2005 – Gesamter Text, weitere Texte

 

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